Persönliche Entfaltung

Was ist Flow?

Sicher hast du den Begriff "Flow" schon einmal gehört. Doch was bedeutet es eigentlich genau im "Flow" zu sein? Heute möchte ich dir erklären, was genau unter dem Wort zu verstehen ist und wie du es schaffst, Flow zu erleben.

Mihaly Csikszentmihalyi

Der Flow-Effekt wurde in den 70er-Jahren von dem Glücksforscher Mihaly Csikszentmihalyi { Sprich: Mi-hai Tschick-Sent-Mi-hai-i} entdeckt. Im Rahmen seiner Dissertation beobachtete und interviewte Csikszentmihalyi verschiedene Künstler. Diese arbeiteten hart und sehr konzentriert an Ihren Werken. Sobald das Werk jedoch vollendet war, landete es in einer Ecke und wurde vergessen. Die wenigsten Künstler waren tatsächlich an einer Belohnung, wie etwa Reichtum oder sozialer Anerkennung interessiert, sondern sie arbeiteten hart, weil sie in ihrer Arbeit aufgingen und Freude erlebten.

Da viele Interviewpartner den Zustand, in dem sie sich während ihr Tätigkeit befanden, als fließend beschrieben, nannte Csikszentmihalyi dieses Erlebnis Flow.

Was Flow genau ist

Unter dem Begriff Flow versteht man also einen Zustand völliger Vertiefung und Konzentration in eine Tätigkeit, die sich wie eine Art Fließen anfühlt. Man könnte es jedoch ebenfalls als optimales Erleben oder als freudiges Aufgehen in einer Tätigkeit beschrieben, die wie von selbst vonstattengeht. 

Csikszentmihalyi beschreibt 9 Merkmale, die bestenfalls erfüllt sein müssen, um Flow erleben zu können, von denen ich dir heute einige vorstellen möchte. Diese Merkmale müssen jedoch nicht alle gleichzeitig auftreten, um in den Flow-Zustand zu kommen.

1) Klare Zielvorstellung

Um Flow erleben zu können, müssen wir uns unserer Ziele vollkommen klar sein. Wenn du beispielsweise kletterst, bist du dir ganz genau bewusst darüber, dass du am Ende ganz oben angelangen möchtest. Ist dein Ziel nicht klar, musst du dich während der Tätigkeit immer wieder fragen, wohin du eigentlich möchtest, warum du tust, was du tust und was die nächsten Schritte sind um dein Ziel zu erreichen. Dieses Vorgehen hält dich am Ende davon ab, in den Zustand des Fließens zu kommen. 

Mach dir also zunächst bewusst, was dein Ziel ist, was du tun musst oder möchtest und dann leg los und tu es einfach!

2) Einklang von Anforderungen und Fähigkeiten

Um in den Flow zu finden, müssen wir unsere Fähigkeiten einsetzen um eine Aufgabe zu bewältigen. Die Aufgabe sollte uns fordern, ohne uns zu überfordern.

Eine Tätigkeit, die unsere Fähigkeiten übersteigt, verursacht Stress, Sorge, Angst oder Resignation. Sind jedoch unsere Fähigkeiten größer als die Anforderungen, können wir schnell gelangweilt werden. Wir müssen unsere Komfortzone verlassen können, ohne dabei in die Panikzone zu geraten um Flow zu erleben. Mehr dazu später.

3) Unmittelbares Feedback

Die Tätigkeit selbst muss stetige Rückmeldung über den Erfolg geben können. So ist beispielsweise beim Klavierspielen klar, wann ich einen Fehler mache und wann ich das Stück sehr gut spiele, denn ich höre den falschen bzw. richtigen Ton, ohne die Tätigkeit unterbrechen zu müssen. Unmittelbares Feedback hilft uns dabei klar zu sehen, wo wir stehen und welche Schritte als nächstes kommen müssen, um unser Ziel erreichen zu können.

4) Intrinsische Motivation

Das A und O um Flow erleben zu können ist es, dass wir die Tätigkeit um ihrer selbst willen ausführen und nicht deshalb, weil uns gesagt wurde, dass wir dies tun sollten oder müssen, um dadurch eine Belohnung zu erhalten. Die Tätigkeit selbst stellt die Belohnung dar.  Die Tätigkeit selbst verschafft uns Erfüllung und Zufriedenheit. Wichtig für ein Flow-Erleben ist es also, dass wir einen Sinn sehen in der Tätigkeit, die wir ausführen. Wenn wir beispielsweise arbeiten gehen, nur um Geld zu verdienen und nicht deshalb, weil uns die Arbeit an sich Freude bereitet, wird es sehr schwierig im Rahmen dieser Tätigkeit einen Flow-Zustand zu erreichen. 

Wie du Flow erleben kannst

Flow kann im Rahmen verschiedenster Tätigkeiten erlebt werden. Beim Schreiben, beim Sport, beim Lernen, beim Kochen, beim Einkaufen, beim Klettern oder bei der Arbeit. Die Voraussetzung, um Flow zu erleben ist es,  wie schon erwähnt, dass ein Gleichgewicht zwischen Anforderung und Fähigkeiten herrscht.

Das bedeutet, eine Tätigkeit muss herausfordernd genug sein, sodass wir uns nicht unterfordert, darf jedoch auch nicht so schwer sein, dass wir uns überfordert fühlen. Unsere Fähigkeiten sind also im Einklang mit den Anforderungen, die an uns gestellt werden.

Sind stattdessen die Anforderungen größer als unsere aktuellen Fähigkeiten, verfallen wir schlimmstenfalls in einen Zustand von Angst, die uns lähmt und uns daran hindert, die Tätigkeit dafür zu nutzen, um an ihr zu wachsen. Sind auf der anderen Seite unsere Fähigkeiten deutlich größer als die Anforderungen, fühlen wir uns unterfordert und verfallen in Langeweile. Flow bezeichnet also den Bereich dazwischen, in dem sich beides in Balance befindet und die besten Voraussetzungen dafür geschaffen sind, aus einer Tätigkeit den größten Lerneffekt herauszuholen.

Steigen unsere Fähigkeiten beim Ausüben der Tätigkeit, müssen demnach natürlich auch die Anforderungen nach und nach steigen, um erneut in den Zustand des Flow-Erlebens gelangen zu können. 

Wie du erkennst, dass du im Flow bist

Das Erleben von Flow macht dich glücklich. Es gibt in diesem Moment keine andere Sache, die wichtig ist, denn du spürst, dass alles genau so ist wie es gerade sein soll. Du bist vollkommen im Augenblick und nichts anderes hat mehr Platz in diesem Moment. Keine Sorgen, kein Schwelgen in der Vergangenheit oder Hoffen auf die Zukunft. Du bist vollkommen im Hier und Jetzt angekommen, verlierst aber gleichzeitig jedes Gefühl für Raum und Zeit.

Du bist vollkommen konzentriert und die Tätigkeit geht dir ganz leicht von der Hand. Es fühlt sich mühelos an und dennoch füllt es deine ganze Aufmerksamkeit. Du fühlst dich als wärst du im Einklang mit deiner Umgebung und dein Bewusstseinszustand steigt an. Anstatt dich nach der Tätigkeit entkräftet oder erschöpft zu fühlen, hast du im Gegenteil sogar noch mehr Energie als zuvor. Du fühlst dich einfach glücklich und zufrieden.

Das folgende Video beschreibt dieses Verhältnis von Glück und Flow ganz besonders passend:

Das Flow-Erleben hat nicht nur das Potential uns den größten Lerneffekt in einer Tätigkeit zu verschaffen, die uns Freude bereitet, sondern es kann uns auch verdeutlichen, wo unsere Versteckten Talente, Fähigkeiten und unsere Passion liegen. Das Flow-Erleben kann nicht erzwungen werden, denn Druck wirkt diesem Zustand entgegen. Je mehr wir aber unsere Zeit im Alltag darauf verwenden, Tätigkeiten zu verrichten, die wir lieben und in denen wir einen Sinn erkennen können, umso größer ist meiner Ansicht nach unsere Chance, in den Zustand von Flow zu kommen und darin unser Glück zu finden.

Und was bringt dich in den Flow? Lass uns gerne in den Kommentaren daran teilhaben!

Alles Liebe für dich!

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