Mindset & Spirit

Raus aus dem Tief – Wie Dir ein Perspektivenwechsel dabei helfen kann

Heute möchte ich Dich daran teilhaben lassen, was die letzte Zeit in meinem Leben so vor sich ging. Und ich kann Dir sagen: Es ging wild her bei mir. Ich habe so manches Tief hinter mir.

Umso erleichterter bin ich jetzt, dass sich die Wogen ein wenig geglättet haben. Raus aus dem Tief! Land in Sicht! Doch meistens sind es gerade die stürmischen Zeiten im Leben, die uns am meisten über uns selbst lehren. Und so waren insbesondere die letzten Wochen auch für mich besonders herausfordernd. Aber auch umso lehrreicher.

Vielleicht kennst Du sie auch, diese Tage? Diese Tage, an denen Du Dich vom Leben irgendwie hochgenommen fühlst. Als hätte sich heute die ganze Welt gegen Dich verschworen? Ein Perspektivenwechsel kann manchmal helfen, einem solchen emotionalen Tief zu entkommen. Als Beispiel hier ein kleiner Einblick in mein letztes Tief vor einigen Tagen und meine gewonnenen Erkenntnisse:

Ich trete aus der dunklen Universitäts-Bibliothek raus auf die Straße. Gerade sah der Himmel noch blau aus, und dann plötzlich… Klasse… Platzregen! Innerhalb von zwei Minuten bin ich triefnass. In meinen Turnschuhen haben sich kleine Seen gebildet und meine Wimperntusche läuft an meinen Wangen herunter in meine klatschnassen Haare. Aber wie sollte es anders sein?! Die ganzen letzten Tage hatten sich schon so angefühlt, als hätte mich die Welt auf dem Kieker. Dabei hatte ich mich so sehr angestrengt, alles besonders richtig zu machen.

Ich lasse den Regen einfach prasseln und ergebe mich. Doch da kriecht auch schon ein stechendes Ungerechtigkeitsgefühl in meine Magengegend, und die Tränen hören nicht mehr auf zu laufen.

„Was habe ich denn schon getan? Wer da draußen im Universum, hat sich denn bitte gegen mich verschworen?“

Die Gedanken sind schon in meinem Kopf.

In den letzten Wochen hatte ich mich so viel mit dem Abschluss meines Studiums und dem Geldverdienen beschäftigt, dass mir der Kopf schwirrte. Ich hatte ein Praktikum eingeschoben, mich täglich hinter meine Bachelorarbeit geklemmt und vier mal so viel gearbeitet wie je zuvor während meines Studiums. Ich wollte alles richtig machen. Das Studium so gut wie nur möglich abschließen und schon mal einen Geldpuffer ansparen – für die Zeit danach. Jetzt bloß nichts riskieren… Und am Anfang lief es auch ganz gut. Bis dann von heute auf morgen plötzlich einfach nichts mehr funktionieren wollte.

Meine Bachelorarbeit ging auf einmal nur noch zäh vorran, es tauchten Schwierigkeiten auf, wo ich sie nie erwartet hätte, es gab keine passende Literatur mehr und natürlich drängte die Zeit. Zu allem Überdruss flogen dann auch noch – als wäre es abgesprochen – unerwartete Rechnungen ins Haus, die mir beinahe meinen kompletten mühsam angesparten Geldpuffer wieder abknöpften.

All das machte meine Stimmung natürlich nicht gerade besser. Und jetzt stehe ich hier. Klatschnass. Im Regen. Und bin wütend. Mittlerweile stapfe ich schmollend wie ein Kind durch die Pfützen.

 

Was hat das alles mit mir zu tun?

Doch als ich so zornig vor mich hin stapfe und mich unter die nächste Überdachung flüchte, bemerke ich ein Pärchen, das – in Wolldecken eingekuschelt – im Außenbereich eines kleinen Cafés sitzt, lauthals lacht und sich sichtlich über den Wolkenbruch zu amüsieren scheint.

Mir wird schlagartig klar, wie unterschiedlich man ein und dieselbe Situation wahrnehmen kann. Bei dem Versuch, meine Situation einmal aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten, kommt mir folgende Frage in den Kopf:

Hat die Situation, in der ich gerade stecke, vielleicht sogar etwas mit mir zu tun?

Und tief in mir hörte ich auch schon die Antwort: Natürlich hat sie das! Meine innere Stimme sagt mir eigentlich auch schon immer, wo das eigentliche Problem liegt. Aber manchmal ist es einfach leichter, die Schuld auf all die anderen zu schieben, die einem gerade irgendwie blöd kommen, oder eben – wie in meinem Fall – auf die ganze Welt, die sich scheinbar gegen einen verschworen hat.

Wenn wir in schwierigen Situationen stecken, bemerken wir manchmal nicht, was wir in unserer Unzufriedenheit in unserer Umgebung bewirken. Wenn ich mir selbst dabei begegnet wäre, wie ich da so zornig im Regen rumstapfe, hätte ich vermutlich einen großen Bogen um mich gemacht. Wieso sollte es dann anderen Menschen in diesem Moment anders mit mir gehen? Erwarte ich wirklich, dass ich „Alles Sch**** hier!“ in den Wald rufe und dann zurückkommt: „Ach komm, lass Dich umarmen,  Du Zuckerstück! Hier haste Milch und Kekse!“? Wie sollte das denn gehen?

Plötzlich spüre ich wie meine Schultern lockerer werden, meine Hände entspannen sich und mein Gang wird leichter. Ich ringe mir für den nächsten Menschen, der mir begegnet, ein müdes Lächeln ab. Es ist zwar weniger für ihn als für mich selbst, aber es scheint zu helfen. Das nächste Lächeln kaufe ich mir selbst schon ein bisschen mehr ab. Und plötzlich scheint die Welt auch nicht mehr ganz so grau.

Anstatt mich selbst zu bemitleiden, halte ich einfach mal inne und lasse meine Umgebung auf mich wirken. Muss ich mir diese Bekümmertheit überhaupt aufladen? Kann ich auch einfach mal gedanklich aus allem aussteigen? Darf ich das? Einfach mal aufhören betrübt zu sein, obwohl mein Kopf sagt ich hätte allen Grund dazu?

Eigentlich haben wir doch für alles im Leben irgendwie einen Plan. Und wenn der Plan nicht funktioniert, dann ist man doch erst mal wütend bevor man weiter macht, oder nicht? In diesem Moment will ich aber gar nicht wütend sein. Meine Bekümmertheit steht mir im Moment eigentlich einfach nur im Weg. Ich selbst stehe mir gerade irgendwie einfach nur im Weg. Ich halte inne und versuche einmal gedanklich einen Schritt zurückzutreten. Keine Probleme. Keine Sorgen. Für den Moment. Sicher, sind diese Dinge, die mich belasten, immer noch in irgendeiner Form vorhanden, doch für den Moment sind sie weniger präsent und ich kann mich langsam entspannen. Vielleicht fällt mir ja später eine Lösung ein, wenn ich etwas zur Ruhe gekommen bin und aufgehört habe, in Dauerschleife über meine Probleme nachzudenken.

Schließlich kann ja nur dann Raum für Lösung entstehen, wenn man den vorhandenen Raum nicht  bis zur Oberkante mit Gedanken über das Problem vollstopft. Voll ist nunmal voll. Oder nicht? Da bleibt dann auch kein Platz und keine Energie mehr für einen kleinen Perspektivenwechsel.

Langsam und bewusst laufe ich den restlichen Weg zu unserer Wohnung und lenke meine Aufmerksamkeit auf meinen Atem. Endlich hört der Regen auf.

Zuhause angelangt öffne ich die Wohnungstür und stehe triefend nass im Türrahmen. Im Zimmer steht meine bessere Hälfte und muss sich bei meinem Anblick ein Lachen verkneifen. Ich stehe da wie ein nasser Pudel. „Na? Wie gehts?“, fragt er mit einem breiten Grinsen im Gesicht und wir fangen beide an zu lachen.

Es ist halt doch alles nur eine Frage der Perspektive. Manchmal kann es helfen, einen Schritt zurückzutreten und zu versuchen, die eigene Situation aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Und wenn selbst das nicht zu helfen scheint, denke immer daran:

Auch das hier wird vorübergehen!

Welche Erfahrungen hast Du in schwierigen Situationen mit einem Perspektivenwechsel gemacht? Und was hast Du schon aus schwierigen Situationen lernen können? Teile mir Deine Erfahrungen in den Kommentaren mit.

Ich bin gespannt auf Deine Erkenntnisse!

Sonnige Grüße,

Giulia

 

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